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Chronik

Gegründet wurde die Feuerwehr am 15. Februar 1869.
Pommelsbrunn hatte damals 644 Einwohner; davon waren 58 aktiv in der Feuerwehr tätig. Vermerkt waren 150 m Schlauch. Gewiss gab es auch vorher schon Feuerschutz, wie aus Gemeindeverordnungen und Veröffentlichungen des königlichen Landgerichts in Hersbruck hervorging, so z.B. vom 22.01.1840 über die Vorratshaltung von Wasser in Bottichen für den Brandfall und im August gleichen Jahres der Hinweis auf die Beachtung der Feuerwehrverordnung, besonders bei engen Kaminen.
Leider gibt es aus den ersten Jahren unserer Wehr keine Aufzeichnungen mehr und usnser Wissen stützt sich auf Protokolle der Gemeinde. So muss schon bald nach der Gründung eine “Löschmaschine”  angeschafft worden sein, denn ein Gemeindebeschluss vom 07.12.1872 regelt die Kosten für das Fahren dieser Maschine. So erhielten die Pferdebesitzer in Höfen 2 Gulden und der diensttuende Knecht 30 Kreuzer Trinkgeld. 1875 erließ das Königliche Bezirksamt Hersbruck eine Anordnung, wonach nach distriktpolizeilichen Vorschriften jeder Einwohner über 18 Jahren, soweit er diensttauglich sei, auch Feuerwehrdienst leisten müsse.
1894 hat die Feuerwehr zur Anschaffung einer Leiter 75 Mark erhalten, den Rest zahlte die Gemeinde dazu.
1896 wurde die “Löschmaschine” repariert.
Die Überdachung der an der Kirchhofmauer gelagerten Leitern und Reißhaken musste erneuert werden. Es war in der damaligen Zeit üblich, dass die Reinigung und Instandhaltung der Löschgeräte und Schläuche und des Gerätehauses an den “Wenigstnehmenden” jährlich, später für 3 Jahre, vergeben wurde. Finanzielle Möglichkeiten hatte man auch damals nur in geringem Umfang; so musste im Jahre 1903 von der Beschaffung einer Feuerspritze “Umgang genommen werden, einmal, weil die alte noch durchaus gut ist, und zum anderen, weil der Stand der Gemeindefinanzen die Anschaffung gegenwärtig nicht gestattet”.
Der erste Weltkrieg brachte für die Feuerwehr einen Stillstand und Stillstand bedeutet Rückschritt. Die überwiegende Zahl der Mitglieder stand “im Felde” . Erst zu Beginn der 20er Jahre begann ein geregelter Feuerwehrdienst. 1921 erhielt Martin Vogel für die Reinigung der Geräte, der Brunnen und des Feuerwehrhauses 100 Mark. Doch die beginnende Inflation machte viele Bemühungen zunichte.
Im Jahre 1923 wurde der Wasserzins für den Auslauf von 1 Million Mark erhoben. Doch es gab zu allen Zeiten Idealisten; so auch 1926, als sich 4 hiesige Handwerksmeister (Kohl, Kuhn, Herger und Baier) bereit erklärten, das Spritzenhaus zu renovieren. Dieses Angebot wurde angenommen, da die Arbeiten unentgeltlich erfolgten. In den folgenden Jahren wurden von der Gemeinde Zuschüsse von meins 50 Mark gewährt.
1927 wurde die Anschaffung einer Magirus-Schiebeleiter beschlossen. Diese 10 m Leiter kostete damals 780 RM. Dieses Geld wurde von der Spar- und Darlehensbank aufenommen. Im Frühjahr 1931 wurde über die Ausgestaltung der Schulscheune als Feuerwehrgerätehaus nachgedacht und in den folgenden Jahren auch realisiert, denn 1935 wurde das alte Spritzenhaus als Autogarage von der Gemeinde für 50 RM verpachtet.
Pommelsbrunn hatte damals 830 Einwohner.
Am 12. September 1934 wurde Kommandant Johann Kuhn zum Ehrenkommandanten ernannt. Er stand der Wehr 22 Jahre als Kommandant vor. Von der Kreisbranddirektion wurde Georg Paulus zum Kommandant ernannt. Zu Führern wurden ernannt:
1. Steigerführer Kaiser Johann
1. Spritzenführer Schmidt Georg
Schlauchhaspelführer Volkert Fritz
Spritzenmeister Vogel Martin
Ab diesem Zeitpunkt gab es wider einmal eine Pflichtfeuerwehr. Die Vereine wurden “gleichgeschaltet” auch in der Feuerwehr wurde “verordnet”. Wieder einmal wird die Aufbauleistung durch einen mörderischen Krieg unterbrochen. Viele Wehrmänner kehrten nicht mehr heim.

Am 26.08.1948 begannen - man muss wohl sagen - wagten 56 Mitglieder einen Neubeginn. Otto Böck wurde zum Kommandanten gewählt, den ab 16.01.1949 Fritz Wagner als Stellvertreter unterstützt. Es war eine Pflichtfeuerwehr (Dienstpflicht 18 bis 50 Jahre). Die Wehr verfügte über keine Barmittel. Im Jahre 1950 wurde von der Gemeinde eine Feuerschutzabgabe erstmals beschlossen. Erhoben wurde sie aber erst 1964! Der Kommandant wurde für 5 Jahre gewählt. Der Neuaufbau , war sehr schwierig, mangelnde, besser gesagt fehlende Ausrüstung und Uniformen erschwerten den Wiederbeginn. Doch mit viel Idealismus und noch mehr Improvisation wurden Übungen abgehalten.
Im Jahre 1954 musste die Wehr ihr Können beim Brand am Kurhaus Appelsberg beweisen.
Am 30.01.1955 kam es zur Neugründung eines Vereines.
Regierungsrat Gittel empfahl die Annahme einer Mustersatzung vom Landratsamt. Ein Jahresbeitrag von 4 DM wurde festgelegt.
Nachdem Georg Dorn die Feuerwehrschule in Würzburg besucht hatte wurde er am 29.01.56 zum Löschmeister ernannt. Er begann dann erstmals in der Geschichte der FFW Pommelsbrunn mit der Löschgruppenausbildung. Fritz Pirner unterstütze ihn als Maschinist. Es ging wieder aufwärts. Am 01.06.56 traf die neue
Magirus-Spritze ein. 1956 gehörten den Verein 172 Mitglieder an. Im Jahre 1957 sogar 207. Die Schläuche wurden damals zum Trocknen außen am Kirchturm aufgehängt. Die Alarmierung wurde oft noch durch die Kirchenglocken durchgeführt, da in der Sirene Spatzen nisteten und diese deshalb nicht funktionierte. Zu Einsätzen wurden die Feuerwehrmänner samt Gerät von den Herren Miederer und Grötsch per LKW gefahren. 1958 wurde beschlossen, die Handdruckspritze nach Heuchling zu verkaufen. Am 18.05.58 wurde die Spritze anlässlich des 50jährigen Bestehens der dortigen Wehr übergeben. Von der hier ansässigen Kleiderfabrik Stöck wurden Schutzanzüge beschafft um das leidige Uniformproblem abzustellen. Am 29.06.58 wurden 2 weitere Wehrmänner, nach dem Besuch der Feuerwehrschule, zu Löschmeistern ernannt, Meier und Sterneckert.
Es war eine Zeit der intensiven Aus- und Weiterbildung. Vor den Übungen wurden 15 minütige Antreteübungen durchgeführt. Eine neue Generation, mit anderen Einstellungen und Anschaffungswünschen drängte danach. Dass dabei auch Spannungen auftraten, war wohl nur natürlich.
am 01.12.59 wurde die erste Hydrantenausrüstung nach Höfen gegeben, weitere folgten nach Reckenberg und Althaus. Die neue Wasserleitung mit 80 Hydranten wurde fertiggestellt. Am 31.01.60 hatte der Verein 226 fördernde, 31 Aktive und 7 Ehrenmitglieder. Im gleichen Jahr am 05.04.61 erhielt die Wehr einen neuen Tragkraftspritzenanhänger. 1962 wurde die erste Leistungsprüfung durchgeführt. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung stimmte über eine Satzungsänderung ab, da ab 15.03.1964 die Gemeinde die Feuerschutzabgabe erhob. Der Mitgliedsbeitrag betrug 2 DM. Gemäß den neuen Anordnungen mussten die Feuerwehrhelme schwarz gespritzt werden. 1966 war die Wehr besonders beim Hochwassereinsatz an der Kieselmühle und beim Brand in Hohenstadt, Hopfenhandlung Schwemmer, gefordert. 1967 wurde ein VW Tragkraftspritzenfahrzeug von Reichenschwand gekauft. Es wurde auch mit dem Ausbau des Feuerwehrhauses begonnen. Die Geräte wurden im Anwesen der Baronesse von Behaim unterstellt.
Die Vorbereitungen für das 100 Jährige Jubiläum begannen. Beim Festabend am 10. Mai 1969 im Taubersaal wurden Georg Emmert, Georg Kuhn und Heinrich Pirner zu Ehrenmitgliedern ernannt. Leider konnte der 1. Vorstand Gottfried Hänsel, der seit 29.01.67 dem Verein vorsteht, wegen Krankheit nicht teilnehmen. Doch der 2. Vorstand, Karl Neidel, leitete die Festveranstaltung souverän. Es waren dies:

Do 15 Mai: Bierprobe im Festzelt mit Modenschau des hiesigen Bekleidungsunternehmens Stöck
Sa 17. Mai Übergabe des neugestalteten Gerätehauses, Bunter Abend im Festzelt
So 18 Mai Kreisfeuerwehrtag und 100 Jähriges Jubiläum mit Festgottesdienst, Totengedenken, Schauübung, Standkonzert, Festzug mit Musikkapellen, 60 Vereine mit ca. 1000 Feuerwehrmännern
Im Festzelt erfolgte eine Ehrung für alle aus dem Landkreis für 25- und 40 jährige Tätigkeit im Feuerwehrdienst durch Herrn Landrat Hartmann und KBI Zagel.
Im Jahre 1971 erfolgte der Zusammenschluss der Nachbargemeinden zur Großgemeinde. Staatsbeauftragter war Bürgermeister Heinrich Zillinger. Erstmals wurden bei der Generalversammlung am 30.01.72 auch die Feuerwehrkameraden aus Arzlohe begrüßt, die nun in Pommelsbrunn ihren Dienst tun. Die Pommelsbrunner Wehr erweiterte dadurch ihren Betreuungsbereich. Zu Beginn der 70er Jahre musste die Wehr sehr häufig zu Schuttplatzbränden ausrücken, die nicht ohne Gefahren waren. Am 28.01.73 trat Kommandant Dorn nach 13 jähriger Tätigkeit als Leiter der Wehr zurück und wurde zum Ehrenkommandanten ernannt. Dorn war der Motor für die Ausbildungsphasen, ein sehr engagierter, sachkundiger Mann, der die Jugend begeistern konnte, immer wieder Anregungen gab und selbst sehr viel gestaltete. Auf Dorns Initiative wurde das Feuerwehrhaus umgebaut, die Löschgruppenausbildung intensiviert, die Grundausstattung der Wehr sowie das Feuerwehrauto beschafft. Zur Jahresmitte 1974 zog auch der 1. Vorstand Hänsel, der dem Verein seit 1967 leitete, weg. Er hatte sich um den Verein, vor allem für das FEst sehr verdient gemacht. Am 19.12.74 wurde eine neues LF 8 im Werk abgeholt, die Funkalarmierung wurde im Gerätehaus installiert. Die erste Jugendgruppe wurde mit 8 Jugendlichen gebildet. Man war weiter bestrebt, den Weg und die Zeit der Alarmierung zu verkürzen. Im Jahre 1977 wurden ein Funkgerät für das Fahrzeug und 2 Handsprechgeräte angeschafft. Auch im geselligen Bereich wurde viel getan. 1978 wurde im Taubersaal ein Bockbierfest durchgeführt; die Kosten betrugen 12 Zentner Koks 23,- DM, Ansager 400.- Alfelder Musikanten 600,- Peterlasboum 700 Bier 2,60,- je Liter. Am 28.07.79 war man maßgeblich am 1 Dorffest beteiligt und 1980 besuchte erstmals der Nikolaus die Kleinsten der Feuerwehrfamilien. 1980 kamen 2 Jugendgruppen der Pommelsbrunner Feuerwehr in Altensittenbach auf die Plätze 1 und 2. Im Jahre 1981 suchte die Feuerwehr einen behinderten Jungen den sie auch fand. Außerdem musste 1981 bei einem Einsatz in Bürtel von Abends 21.00 bis morgens 9.00 auf dem Anwesen der Familie Dublon gelöscht werden.
Im Jahre 1983 wurde eine neue Satzung erstellt die 1984 von der Hauptversammlung gebilligt wurde. Notwendig wurde die neue Satzung, da nach dem Bayr. Feuerwehr Gesetz eine Trennung zwischen Verein und Wehr gewährleistet sein muss. Der Verein wurde in das Vereinsregister am 02.03.84 eingetragen und die Gemeinnützigkeit vom Zentralfinanzamt am 10.12.84 anerkannt. Gemäß der Satzung wurden die Mittel auch immer zielbewusst eingesetzt. So wurde 1984 beschossen, dass für die Anschaffung des schweren Atemschutzes 3.000 DM als Zuschuss gegeben werden. Die Jugendgruppe konnte beim Landesentscheid teilnehmen und einen guten Platz belegen. Am 21.01.85 hat die Wehr 10 Meldeempfänger erhalten, auch hier wurden 5000 DM vom Verein als Zuschuss beigesteuert. Man begann mit dem Ausbau des Unterrichtsraumes, der überwiegend in Eigenleistung erstellt wurde. Die ersten Sprechfunkzeugnisse wurden abgelegt. Bei der Beseitigung von Sturmschäden war die Wehr gefragt. Im Jahre 1985 begannen 12 Mann die Ausbildung zum Attemschutzgeräteträger. Am 28.05.84 war die Wehr beim Scheunenbrand in Hegendorf eingesetzt. Ab dem Jahre 86 müssen jährlich 40 Ausbildungsstunden geleitet werden. 1986 war die Banhofstraße vom 14.01. bis 21.01. überflutet und am Jahresende am 30.12 nochmals. Hier war die Wehr zum Transport der Fahgäste der Bundesbahn und der Beschäftigen in diesem Gebiet eingesetzt und als Wasserwehr. Im selben Jahr wurden aus der Kasse  des Veriens 3 Handsprechgeräte FuG10 gekauft. Am 04.11.87 wurde ein Ehrenabend für die Vereinsmitglieder abgehalten. Am 02.03.87 war die Wehr an mehreren Stellen wegen des Eisregens umgestürzter Bäume im Einsatz. Betroffen war nicht nur die B14, sondern auch die Straßen nach Heuchling, Arzlohe und zum Bahnhof. Am 12.07.87 Brand im Sägewerk in Eschenbach. Auch 1988 wieder mehr alsl 30 Std. Einsatz als Wasserwehr.
Kommandant Bär informierte die Jahreshauptversammlung, dass er einen Antrag an die Gemeinde für ein neues Gerätehaus und ein neues modernes Fahrzeug gestellt hat. Dank der verschiedensten Aktivitäten, die auch Geld in die Kasse brachten, wie Grillfeste und Dorffeste, die stets gut besucht waren, konnten vom Verein auch immer wieder Anschaffungen für die Wehr gemacht werden. So wurde im Jahr 1989 das 4. Funkgerät vom Verein finanziert. 15 neue Meldeempfänger wurden beschafft. 1990-91 wurde die Bereitschaft zu helfen dadurch gefördert, dass zum wiederholten Male ein Kurs in  1. Hilfe durch das Rote Kreuz durchgeführt wurde. Am 28.01.1990 gab Lorenz Bär das Kommando ab. Er war 12 Jahre Schriftführer und 17 Jahre Kommandant. Er hat sowohl im Verein und besonders als 1. Mann der Wehr hervorragende Arbeit geleistet. Sein Rechenschaftsbericht ist ein Spiegelbild für die Wehr , die wie er betonte, ihren Verpflichtungen immer nachgekommen sei. Vor allem die Arbeit der Jugendfeuerwehr wecke Hoffnung. Während der 17 Jahre zeugten 157 Einsätze vom Großbrand, verkehrsunfällen, Sturmschäden, Wassernotstand, Ölschäden, Vermisstensuche, Menschenrettung, Zugunglück, Trinkwasserförderung bis zur Leichenbergung vom guten Einsatzwillen und dem guten Ausbildungstand aber auch dem guten Geist in der Wehr. Seine Nachfolge trat Bernhard Dorn an.
Der Prüfdienst der Feuerwehrschule Würzburg konnte alljährlich feststellen, dass die Geräte immer einsatzbereit und der Pflegezustand stets sehr gut waren; sicher auch ein Verdienst der Zeugwarte Emmert 10 Jahre, Adelmann 22 Jahre, Kreipl Edgar 8 Jahre und dem seit 1988 tätigen Dorn Helmut. 1991 wurde eine überörtliche Truppmannausbildung  forsiert, sowie die Jugendgruppenausbildung weiter vorrangebracht. Nach langen Bemühungen konnte am 19. Juni 1993 in einem feierlichen ökumenischen Gottesdienst die neue Feuerwehrfahne geweiht werden. So wie uns gleich am nächsten Tage die neue Fahne nach Kruppach begleitete, wird sie uns sicher in den nächsten Jahren zu vielen weiteren Festen begleiten.

Quelle: Festschrift 125 Jahre Feuerwehr Pommelsbrunn Autor Ernst Kreipl

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